 Foto - Apple Das neue Jahrtausend hat unser Leben technisch unglaublich verändert. Wahrscheinlich mehr, als sich viele bewusst sind. Überlegen Sie nur mal einen kurzen Augenblick, was Sie 1999 gemacht haben, wenn Sie jemanden kontaktieren wollten. Entweder haben Sie angerufen, einen Brief geschrieben oder ein Fax versandt. Kaum einer hatte damals schon Internet oder eine E-Mailadresse.Heute wird mit Skype telefoniert und man kann sein Gegenüber dabei sehen, die E-Mail ist das Kommunikationsmittel geworden und wenn es mal einen Tag kein Internet gibt, dann fühlt man sich fast schon hilflos.
Neue Geräte für ein anderes Leben
Doch wie wird die Zukunft vielleicht oder wahrscheinlich aussehen? Wird es bald keine Bücher mehr geben? Der Beruf Drucker bald so bekannt sein wie der Küfer (Fassmacher)? Nachdem die Firma Apple vor ungefähr drei Jahren mit dem iPhone den Handymarkt revolutioniert hat, wurde im Januar ein neues Gerät vorgestellt, von dem ähnliche Erwartungen ausgehen. Das iPad (i steht für Internet und Pad bedeutet Block) ist etwas kleiner als ein DIN-A4-Blatt und wiegt nur 700 Gramm. Aber auch Sony, Amazon und andere Hersteller sind dabei, die Elektronik in den Vordergrund zu bringen, mit so genannten E-Book Readern (Lesegeräte für elektronische Bücher). Im Unterschied dazu bietet das iPad aber noch viel mehr. Hier können nicht nur Bücher gelesen werden, man kann auch E-Mails empfangen und schreiben oder im Internet surfen. Es sollen auch zukünftig Zeitschriften auf diesem Wege gelesen und abonniert werden können. Fotos oder Videos anschauen ist ebenfalls möglich. Die Bedienung erfolgt mit den Fingern, das macht das Konzept des iPhones und demnächst wohl auch das iPad so erfolgreich. Hier kann wirklich jeder das Gerät per Streicheleinheiten bedienen.
Allerdings hat auch diese Technologie eine Kehrseite. Apple monopolisiert seine Stellung, die schon beim Musikverkauf im Internet besteht, weiter. Das bedeutet, dass Apple entscheidet, welche Programme (sogenannte Apps; sprich „Äpps“ für Applikationen) für einen iPad zugelassen werden. Gefällt Apple der Inhalt nicht, wird das App einfach wieder aus dem Programm genommen. Das ist bereits der Zeitschrift Stern und auch der Bildzeitung passiert. Ähnlich wie Google scheint sich Apple somit zum Monopolisten aufzuschwingen und entscheiden zu wollen, was für seine Nutzer gut ist und was nicht. Würde ein Staat diese Zensur versuchen, würden die Menschen (hoffentlich) auf die Barrikaden gehen. Kommt diese Zensur von Wirtschaftsunternehmen, lobt man sogar deren erfolgreiches Konzept – der Aktienkurs von Apple hat sich in einem Jahr verdoppelt. Dieser Artikel ist am 3. März 2010 in Ausgabe 106 der kanarischen Wochenzeitung "Wochenblatt" erschienen |